Laut einer aktuellen Statistik des Webanalyse-Anbieters Webtrekk auf Basis der von ihm getrackten deutschen Websites sind Google und der Internet Explorer die Gewinner des letzten Quartals 2010. Beide konnten Ihre Marktanteile weiter ausbauen.
Während Google als ohnehin unangefochtener Marktführer in Deutschland seinen Anteil auf 93% erweitern konnte, hat bing Anteile verloren. Zwar legt Microsofts Suchmaschine in den USA derzeit einen kleinen Siegeszug hin, der ihm bereits knapp 1/3 Marktanteile beschwert hat; bei uns hingegen dümpelt bing bei mickrigen 1%.
Interessant ist, dass der IE in Deutschland wieder zugelegt und sich mit 43% Marktanteil deutlich vor dem Firefox mit 36% platziert hat. Freuen dürfte alle Web-Entwickler, dass der IE6 mittlerweile nur noch 4% des Marktes einnimmt, während der Großteil der IE-Nutzer Version 8 einsetzen (27% Gesamtanteil). Auch Google Chrome konnte sich verbessern und liegt derzeit bei knapp 6%. Das erscheint zwar noch nicht wirklich nennenswert, aber in Betracht des jungen Alters des Browsers doch schon respektabel. In Gesamt-Europa erreicht Chrome lt. Statcount übrigens bereits bei 14,5%! Bei gesamt-europäischer Betrachtung muss sich trotz des Vorsprungs in Deutschland der IE dem Firefox geschlagen geben. Beide Browser befinden sich demnach auf dem absteigenden Ast.
Cookies werden von der großen Mehrheit aller User akzeptiert (90%). Allerdings lag der Wert im ersten Quartal 2010 noch 3,6% höher als am Jahresende, was auf eine zunehmende Emanzipation der Nutzer schließen lässt, die selbstbestimmter mit dem Internet umgehen.
In den letzten Jahren hat sich der Trend vom Social Web zu einem regelrechten Hype gesteigert. Für Werbeagenturen ist das Buzzword „Social Media“ das Universalmittel, um ein Leuchten in die Augen ihrer Kunden zu zaubern, und viele Kunden stolpern übereilt und blindlinks rein ins Social Web ohne Ahnung und Konzept.
Alle meinen, irgendwie dabei sein zu müssen, und wenn nicht wegen der direkten Geschäftsvorteil, dann wenigstens aus Imagegründen à la „Wir sind auch bei Facebook!“. Dass das nicht unbedingt immer zum Wohl des Unternehmens sein muss, zeigen bekannte Negativbeispiele wie Kryptonite, Nestlé oder Jamba.
Über die RISIKEN, sich Hals über Kopf ins Social Web zu stürzen, braucht mittlerweile nicht mehr diskutiert zu werden. Aber sind die CHANCEN auch tatsächlich das, was sich die Marketer und Werber gerne einreden wollen? Natürlich gibt es auch vereinzelte Erfolgsstorys. Die aktuelle ARD/ZDF-Onlinestudie zeigt allerdings, dass lediglich 40% aller Onliner in Communities aktiv sind, was nur knapp einem Viertel der deutschen Gesamtbevölkerung entspricht. Aus eigener Erfahrung in meinem persönlichen Umfeld kann ich dieses Ergebnis nur bestätigen.
Es drängt sich einem also unweigerlich die Frage auf, ob Marketing auf Facebook & Co. nicht viel mehr ist als ein künstlicher Hype, bei dem die Unternehmen wie die Lemminge einer nach dem anderen dem ersten hinterher springen und am Ende ohne nennenswerten Erfolg viel Geld und Ressourcen zum Fenster raus geworfen haben.
Beim Thema Marketing hinken die Touristikunternehmen im Vergleich zu den Konsumgüterherstellern noch immer mit großem Abstand hinterher. In der Markenführung ist das Drama noch viel größer, denn hier suchte man bislang quasi vergeblich nach Unternehmen, die sich konsequent als Marke mit einer wahrnehmbaren Identität am Markt positionieren.
Auf das dadurch verschenkte Potential zur Kundenbindung habe ich bereits 2005 in meiner Diplomarbeit an der Hochschule Harz aufmerksam gemacht. 5 Jahre später beginnt für mich eine kleine Revolution:
Der Luxus-Veranstalter airtours hat sich eine konsequente und Kanal-übergreifende Markenführung auf die Fahne geschrieben und beginnt diese mit einem kompletten Relaunch von Logo, Claim, Corporate Design und Communications, wie die W&V berichtet. Als gebürtige Touristikerin und leidenschaftliche Marketerin würde ich mich freuen, wenn dieser erste Schritt von airtours auch andere Touristikunternehmen inspirieren würde, die Markenführung ernst zu nehmen.
“Schade, dass es noch kein Geruchsfernsehen gibt.” Diesen Satz hat man schon oft gehört. Nun ist das Internet dem Fernsehen zuvor gekommen: In Brasilien hat TBWA für den Kosmetikhersteller Natura ein super Kreativkonzept entwickelt und umgesetzt.
In Kooperation mit verschiedenen Internet-Cafés wurden die dort aufgestellten Computer präpariert, so dass mit Hilfe eines Plug-ins ein echt wirkender Banner auf die Startseite projiziert wurde. Eine auf der Rückseite der Rechner angebrachte Hardware schob dann für den verdutzten User bei Klick auf den “Banner” jeweils ein Duftkärtchen heraus.
Während normalerweise eine Klickrate von 1% schon die Herzen der Werbetreibenden höher schlagen lässt, kann der Duft-Banner einen astronomischen Wert von 17% vorweisen! Nicht zu vergessen den viralen Effekt. Kompliment an die brasilianischen Werbe-Kollegen.
Wenn Unternehmen Geld in Marketingaktionen investieren, stellt sich natürlich immer auch die Frage nach dem jeweiligen Return on Investment. Kampagnen wollen und sollten bezüglich ihres Erfolges ausgewertet und bewertet werden, um das Budget so effizient wie möglich einzusetzen. Das Internet bietet aufgrund der genauen Messbarkeit einen enormen Vorteil gegenüber anderen Medien. Jedoch sind die Währungen hier unterschiedlich bzw. vielschichtiger. Für die Erfolgsmessung eines TV-Spots können die Einschaltquoten herangezogen werden, bei einer Anzeige die verbreitete Auflage. Im Internet hingegen kann nicht nur genau angegeben werden, wie oft ein Werbemittel angezeigt wurde, sondern auch, wie oft darauf geklickt wurde und was die User anschließend auf der Zielseite getan haben.
Doch im Social Web zählen wiederum andere Faktoren, da es hier um mehr geht als um kurzfristige Klicks bzw. Leads. Die Fanpage mit den meisten Fans muss nicht unbedingt auch die erfolgreichste sein. Im Social Web zählt Qualität statt Quantität: Für eine Marke mit durchschnittlichen vielen, aber sehr aktiven Fans, hat sich das Investment auf lange Sicht wahrscheinlich mehr gelohnt als für ein Unternehmen mit Unmengen an “Fans”, die sich aber anschließend nicht mehr mit der Seite geschäftigen oder deren Updates ggf. sogar in ihrem Newsfeed ausblenden.
Folgende Messkriterien können für die Bewertung von Social Media Aktivitäten wie bei Facebook herangezogen werden:
Anhand speziell definierter Social Media KPIs lassen sich diese Parameter konkret messen und Ziele definieren.
Facebook kann Segen und Fluch gleichzeitig sein. Einerseits eröffnet das Netzwerk Unternehmen und Marken bislang ungeahnte Möglichkeiten der Kommunikation mit ihrer Zielgruppe, andererseits ist die Verunsicherung groß, wie man sich auf dieser Plattform bewegen, die Zielgruppe ansprechen und für sich begeistern sollte. Eine Fanpage kann Tausenden an Fans haben und bei genauerem Hinsehen dennoch weniger erfolgreich sein als eine Seite mit ein paar hundert Fans.
Bevor eine Marke auf den Facebook-Zug aufspringt, ist es wichtig, konkrete Ziele für das Engagement zu definieren. Welchem Zweck soll die Facebook-Seite dienen? Geht es um die Erhöhung von Bekanntheit, um Positionierung/Imagebildung, Marktforschung (sprich: mit dem User interagieren und ihn besser kennen lernen), Promotion, oder, oder, oder. Einfach planlos ins Web 2.0 einzusteigen und ohne Ziel umherzuirren ist in höchstem Maße kontraproduktiv und kann der Marke im Zweifelsfall mehr schaden als nutzen.
Ein positives Beispiel für eine gut durchdachte und konzipierte Seite ist die Fanpage von Axe Effekt. Durch markenkonforme Beiträge, Videos, Screensaver und Apps präsentiert sich Axe auf die bekannt augenzwinkernd provokative Art und Weise, so dass der Facebook-Auftritt perfekt auf die Positionierung der Marke einzahlt. In dem neu gelaunchtem Spiel “Der Axe Effekt – Jetzt noch ausgeglichener” muss der User beispielsweise eine Kirsche vom Dekoletté einer leicht bekleideten Frau in ihren Bauchnabel bugsieren.
Als Dank für diese gut geführte Fanpage verfügt der Axe Effekt bereits über 19.000 Fans, die vor allem regelmäßig mit der Marke über eigene Posts oder Kommentare in Kontakt stehen. Content + Involvement + Interaktion = The Axe Effekt!
Die Geschichte hat schon oft gezeigt, dass gerade die jungen Generationen sich für Veränderungen und Verbesserungen stark machen und hierfür ein hohes Maß an Engagement mitbringen. Passend dazu ist die junge Marke CAMPUS by Marc O’Polo momentan auf Deutschlandtour, um sich für die Unterstützung von Umweltorganisationen stark zu machen. Von März bis Mai 2010 stellt sie nacheinander an insgesamt 5 Standorten fest installierte Fahrräder zur Verfügung. Kunden und Passanten können auf diesen Rädern für die Umwelt stramm in die Pedale treten. Für jeden gefahrenen Kilometer spendet CAMPUS 0,50 Euro zugunsten entsprechender Organisationen. Auf der CAMPUS-Website, den Facebook- und Twitter-Profilen der Marke werden der jeweilige km-Stand veröffentlicht und neue Tour-Stopps angekündigt.
Damit liegt CAMPUS voll im Trend, denn Nachhaltigkeit – ebenso wie soziales Engagement – ist “in” und in der heutigen Zeit ein “must have”. ”Nachhaltigkeit wird bei uns groß geschrieben!” – Diesen Satz hört und liest man immer häufiger von großen Unternehmen. Im Gegensatz zu den USA stehen deutsche Konsumenten diesen Aussagen allerdings noch eher skeptisch gegenüber. Und das aus gutem Grund: Oftmals wird in diesem Bereich doch sehr viel schöngefärbt. Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, ebenso wie ein “Think before you print” Logo in der E-Mail noch kein nachhaltiges Engagement.
Bei dem Unternehmen Marc O’Polo allerdings wird Nachhaltigkeit tatsächlich groß geschrieben und nachvollziehbar gelebt. Bereits die Markenwerte “natural, simplicity, quality, personality und innovation” lassen vermuten, dass hier Bodenständigkeit und echte Werte zählen. Ein Blick hinter die Kulissen zeigt, dass es sich dabei nicht um leere Worte handelt, sondern dass die Marke im Umgang mit sämtlichen Bezugsgruppen diese Werte auch tatsächlich lebt.
Die Website www.marc-o-polo.com informiert u.a. über das umfangreiche Engagement des Unternehmens. Der downloadbare Nachhaltigkeitsbericht vertieft diese Informationen zusätzlich und informiert über nachhaltige Bauprojekte, umweltverträgliche Logistiklösungen, organische Produkte, Förderung von Bildungs- und gemeinnützigen Einrichtungen sowie nachhaltige Mitarbeiterentwicklung. Nachvollziehbare Messgrößen, die Veröffentlichung entsprechender Daten sowie Aktionen wie derzeit bei CAMPUS machen das Engagement überprüfbar und nachvollziehbar. Daumen hoch!
Sie fahren ein dickes Auto? Haben richtig Kohle für den Wagen hingeblättert? Lassen Sie den Kopf nicht hängen. Ihnen ist trotz allem sicherlich noch irgendwie zu helfen!
Die neue Markenkampagne von Dacia nimmt allgemeines Statusdenken und das Auto als Statussymbol mächtig auf die Schippe. Gerade wenn in der Krise das Geld nicht mehr so locker sitzt, überdenken viele Deutsche ihre Konsumgewohnheiten. Und vielleicht muss es dann nicht unbedingt der dicke Mercedes oder Porsche sein, der vor der Tür steht und die Nachbarn beeindruckt. Nicht Geiz ist geil, aber clever ausgeben ist cool!
Nach zwei unaufgelösten TV-Spots folgt ab dieser Woche die Auflösung des Absenders im Rahmen des dritten Clips. Mit dieser Kampagne hat Etathalter Nordpol aus Hamburg mal wieder voll ins Schwarze getroffen. Nordpol hat bereits mit aufmerksamkeitsstarken und außergewöhnlichen Kampagnen u.a. für Renault (“Crashtest”) und Hansaplast (“Die kältesten Füße der Welt”) für Aufsehen gesorgt. Und die ersten Reaktionen auf die Dacia-Kampagne machen wieder einmal deutlich, dass eine großartige Idee, die mit verhältnismäßig einfachen Mitteln umgesetzt wurde, mehr Impact verursachen kann als Unsummen an Budget, die mit konzeptionell nicht ausgereiften Lösungen verpulvert wurden…
Die Lebensmittelvorräte zu Hause, persönliche Vorlieben, Abneigungen und/oder Allergien und Vorschläge für den nächsten Einkaufszettel – das alles kann und weiß in Zukunft mein persönlicher Einkaufs-Avatar: Das Deutsche Forschungsinstitut für künstliche Intelligenz hat auf der Cebit das mögliche Einkaufen der Zukunft vorgestellt.
Die gemeinsam mit dem Avatar erstellte Einkaufsliste wird anschließend auf dem Autoschlüssel gespeichert und im Supermarkt auf dem Einkaufswagen-Display abgespielt. Dort erinnert mich mein Avatar daran, wenn ich ein Produkt vergessen oder eines in den Wagen gelegt habe, welches aufgrund meiner Vorlieben oder Gewohnheiten nicht zu meinem bisherigen Einkaufsverhalten passen sollte.
Zurück im Auto angekommen überprüft der Boardcomputer die eingeladenen Einkäufe mit denen auf dem Kassenzettel und weißt mich darauf hin, wenn ein Produkt fehlt oder bis wann tiefgekühlte Ware wieder zu Hause im Tiefkühlfach gelandet sein sollte.
Das alles klingt momentan noch nach weit entfernter Zukunftsmusik und irgendwie eher nach Science Fiction als nach realem Leben. Aber irgendwie auch schon verlockend, wenn man in Anbetracht des immer komplexer werdenden Lebens ein Stück Verantwortlichkeit abgeben kann. Schließlich treffen wir heute jeden Tag aufs neue so viele Entscheidungen, wie sie ein Steinzeitmensch sein ganzes Leben lang nicht treffen musste.
Die Konsumenten sind zu einem Volk von Schnäppchenjägern geworden. Oder besser: Sie sind dazu gemacht worden. Mit Sonderangeboten, Aktionen und Rabatten buhlen die Anbieter um die Gunst bzw. Geldbeutel der Kunden. Doch trotz kurzfristiger Absatzsteigerung – aus Sicht der Markenführung sind Rabattaktionen kritisch zu bewerten. Hochwertige Marken, die sich im Qualitätssegment positionieren, können durch häufige Rabattaktionen und zu hohe Preisnachlässe ihr Image nachhaltig schädigen.
Qualität hat nun einmal seinen Preis. Und Marken, die sich als Premium-Produkte positioniert haben, sollten diesem Anspruch auch gerecht werden und entsprechend danach handeln. Einzelne Aktionen können sicherlich dafür genutzt werden, in das Relevant Set neuer Kunden zu gelangen und Wiederholungskäufe bestehender Kunden anzukurbeln. Mit der strategischen Ausrichtung der Marke setzt man aber einen Handlungsrahmen, der als Leitfaden für das Daily Business dient und somit die Glaubwürdigkeit der Marke bei der Zielgruppe gewährleistet. Wie glaubwürdig wäre sonst Ferrari, wenn die Wagen alle Nase lang zum Schnäppchenpreis erhältlich wären?