In den letzten Jahren hat sich der Trend vom Social Web zu einem regelrechten Hype gesteigert. Für Werbeagenturen ist das Buzzword „Social Media“ das Universalmittel, um ein Leuchten in die Augen ihrer Kunden zu zaubern, und viele Kunden stolpern übereilt und blindlinks rein ins Social Web ohne Ahnung und Konzept.
Alle meinen, irgendwie dabei sein zu müssen, und wenn nicht wegen der direkten Geschäftsvorteil, dann wenigstens aus Imagegründen à la „Wir sind auch bei Facebook!“. Dass das nicht unbedingt immer zum Wohl des Unternehmens sein muss, zeigen bekannte Negativbeispiele wie Kryptonite, Nestlé oder Jamba.
Über die RISIKEN, sich Hals über Kopf ins Social Web zu stürzen, braucht mittlerweile nicht mehr diskutiert zu werden. Aber sind die CHANCEN auch tatsächlich das, was sich die Marketer und Werber gerne einreden wollen? Natürlich gibt es auch vereinzelte Erfolgsstorys. Die aktuelle ARD/ZDF-Onlinestudie zeigt allerdings, dass lediglich 40% aller Onliner in Communities aktiv sind, was nur knapp einem Viertel der deutschen Gesamtbevölkerung entspricht. Aus eigener Erfahrung in meinem persönlichen Umfeld kann ich dieses Ergebnis nur bestätigen.
Es drängt sich einem also unweigerlich die Frage auf, ob Marketing auf Facebook & Co. nicht viel mehr ist als ein künstlicher Hype, bei dem die Unternehmen wie die Lemminge einer nach dem anderen dem ersten hinterher springen und am Ende ohne nennenswerten Erfolg viel Geld und Ressourcen zum Fenster raus geworfen haben.